Mauritius ist für internationale Unternehmer und Investoren vor allem dort interessant, wo Beteiligungen, internationale Geschäftsaktivitäten, Vermögensstrukturen und Investments über mehrere Länder hinweg organisiert werden sollen. Der Standort kombiniert ein reguliertes International Financial Centre mit Gesellschaftsrecht, Banking, Investmentstrukturen und einem weit entwickelten internationalen Steuer- und Compliance-Rahmen.
Die besondere Rolle von Mauritius ergibt sich aus seiner Position zwischen Afrika, Asien und Europa. Der Standort wird seit Jahrzehnten für grenzüberschreitende Investitionen, Beteiligungsstrukturen, Fonds und internationale Geschäftstätigkeit genutzt.
Beteiligungen an Unternehmen in unterschiedlichen Ländern können über eine zentrale Gesellschaft strukturiert und verwaltet werden.
Mauritius wird häufig als Plattform für Investitionen in afrikanische und asiatische Märkte eingesetzt.
Unternehmen, Beteiligungen und andere Investments können in einer professionell verwalteten Struktur zusammengeführt werden.
Bei internationalen Mauritius-Strukturen ist diese Unterscheidung zentral. Beide Modelle sind für überwiegend internationale Aktivitäten gedacht, haben aber unterschiedliche steuerliche und regulatorische Eigenschaften.
| Merkmal | Global Business Licence | Authorised Company |
|---|---|---|
| Grundidee | internationale Geschäftstätigkeit über eine in Mauritius ansässige Gesellschaft | international tätige Gesellschaft mit Management und Control außerhalb von Mauritius |
| Regulator | Financial Services Commission | Financial Services Commission |
| Management | wirtschaftliche Präsenz und Management in Mauritius besonders relevant | Central Management and Control grundsätzlich außerhalb von Mauritius |
| Steuerresidenz | kann grundsätzlich als in Mauritius ansässige Gesellschaft strukturiert werden | grundsätzlich nicht als Mauritius Tax Resident konzipiert |
| Treaty Access | je nach Voraussetzungen grundsätzlich möglich | typischerweise nicht für die Nutzung des Mauritius-Treaty-Netzwerks vorgesehen |
| Typische Nutzung | Holdings, Beteiligungen, internationale Investments und operative internationale Geschäfte | bestimmte internationale Geschäftsmodelle ohne zentrale Leitung aus Mauritius |
Die Global Business Licence – kurz GBL – richtet sich an Gesellschaften mit internationaler Geschäftstätigkeit, die Mauritius als tatsächlichen Unternehmens- und Strukturierungsstandort nutzen.
Die Gesellschaft wird durch die Financial Services Commission reguliert. Der Antrag auf eine Global Business Licence läuft über eine lizenzierte Management Company.
Die Authorised Company ist keine abgespeckte GBC. Sie folgt einer anderen Grundlogik.
Nach dem Financial Services Act ist sie für Gesellschaften vorgesehen, die ihre Geschäftstätigkeit hauptsächlich außerhalb von Mauritius ausüben und deren Central Management and Control außerhalb von Mauritius liegt.
Die internationale Steuerwelt hat sich stark verändert. Eine Gesellschaft, die lediglich eine Adresse besitzt, aber faktisch vollständig aus einem anderen Land geführt wird, ist für viele seriöse internationale Strukturen nicht mehr ausreichend.
Je stärker sich eine Holding auf steuerliche Vorteile, Doppelbesteuerungsabkommen oder internationale Finanzierungsstrukturen stützt, desto wichtiger werden tatsächliche wirtschaftliche Aktivitäten und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse in Mauritius.
Mehrere operative Gesellschaften in unterschiedlichen Ländern können unter einer zentralen Holding zusammengeführt werden.
Mauritius wird traditionell als Plattform für Investitionen in afrikanische Unternehmen und Projekte genutzt.
Eine Holding kann Teil einer langfristigen Eigentums-, Nachfolge- und Beteiligungsstrategie sein.
Je nach Struktur können konzerninterne oder externe Finanzierungsaktivitäten zentral organisiert werden.
Internationale Immobilien- und Projektgesellschaften können Teil einer übergeordneten Investmentstruktur sein.
Bei größeren Vermögensstrukturen kann Mauritius auch für Family-Office- und Investmentlösungen interessant sein.
Mauritius hat grundsätzlich einen Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent für viele Unternehmen.
Bei internationalen Holdings kann jedoch das Partial Exemption System relevant werden. Dabei können bestimmte Einkünfte unter klar definierten Voraussetzungen teilweise steuerbefreit sein.
Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass jede internationale Holding pauschal nur wenige Prozent Steuern zahlt.
Zu den von der Mauritius Revenue Authority aufgeführten Einkunftsarten gehört beispielsweise Foreign Dividend Income.
Auch bestimmte Zinseinkünfte und weitere internationale Einkommenskategorien können erfasst sein – jeweils nur bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen.
Die Partial Exemption gehört zu den Punkten, die bei Mauritius-Strukturen besonders häufig zu stark vereinfacht werden.
Für ausländische Dividenden kann beispielsweise eine 80-prozentige Partial Exemption vorgesehen sein. Dafür müssen jedoch gesetzliche Bedingungen erfüllt werden.
Die MRA verlangt unter anderem, dass die entsprechenden Filing Obligations eingehalten werden und ausreichende Ressourcen für das Halten und Verwalten der Beteiligungen vorhanden sind.
Bei bestimmten Zinsen oder Finanzdienstleistungen können zusätzliche Substance-Anforderungen gelten, etwa Core Income Generating Activities, qualifizierte Personen und angemessene lokale Ausgaben.
Mauritius verfügt über ein Netzwerk von Doppelbesteuerungsabkommen mit zahlreichen Staaten. Das kann bei internationalen Investments ein wichtiger Standortvorteil sein.
Ein Abkommen ist jedoch kein automatischer Steuerrabatt. Ob eine konkrete Holding tatsächlich Treaty Benefits beanspruchen kann, hängt unter anderem von Steuerresidenz, Beneficial Ownership, wirtschaftlicher Substanz und Anti-Abuse-Regelungen ab.
Internationale Steuerregeln wie BEPS, der Multilateral Instrument Ansatz und spezifische Anti-Missbrauchsregelungen sollen verhindern, dass Gesellschaften allein zur künstlichen Erlangung von Abkommensvorteilen zwischengeschaltet werden.
Eine Global Business Licence wird nicht einfach direkt wie eine normale lokale Firma online beantragt. Der Antrag läuft über eine von der FSC lizenzierte Management Company.
Die Management Company ist nicht nur ein Briefkastenanbieter. Sie ist Teil des regulierten Systems und muss selbst FSC-Anforderungen erfüllen.
Eine Gesellschaft ist nur dann praktisch nutzbar, wenn ihre Zahlungsströme und wirtschaftliche Tätigkeit für Banken nachvollziehbar sind.
Banken prüfen heute sehr genau, wer wirtschaftlich Berechtigter ist, woher die Mittel stammen, welche Länder beteiligt sind und warum die Struktur über Mauritius läuft.
Wer aus Deutschland heraus eine Mauritius-Holding gründet, kann die deutsche Steuer- und Unternehmenswelt nicht einfach ausblenden.
Relevant können unter anderem Ort der Geschäftsleitung, Hinzurechnungsbesteuerung, Verrechnungspreise, Wegzugsbesteuerung, Beteiligungserträge und Beneficial-Ownership-Fragen werden.
Eine saubere Unternehmensstruktur kann Vermögenswerte organisatorisch voneinander trennen und Haftungsrisiken begrenzen. Der Begriff „Asset Protection“ sollte jedoch nicht mit „Vermögen vor Gläubigern oder Behörden verstecken“ verwechselt werden.
Eine Mauritius-Gesellschaft bedeutet nicht, dass der Gesellschafter automatisch auf Mauritius leben darf. Unternehmensstruktur und persönlicher Aufenthaltsstatus sind getrennte Rechtsbereiche.
Companies Act, Financial Services Act, FSC-Lizenzierung, Steuer- und Reportingfragen.
Occupation Permit, Residence Permit, Steuerresidenz und tatsächlicher Lebensmittelpunkt.
Für einen Unternehmer, der tatsächlich nach Mauritius zieht und von dort seine internationale Gruppe steuert, kann die Kombination aus Aufenthaltsstatus, lokaler Unternehmensleitung und Holdingstruktur besonders interessant sein.
Die Struktur ist vor allem für Personen interessant, bei denen tatsächlich internationale Beteiligungen, grenzüberschreitende Investments oder eine internationale Unternehmensgruppe vorhanden sind.
Für einen kleinen deutschen Einzelunternehmer ohne Auslandsgeschäft kann eine internationale Mauritius-Struktur dagegen unnötig komplex und teuer sein.
Beteiligung, Finanzierung, Expansion oder Nachfolge?
Wo befinden sich Eigentümer, Unternehmen und Investments?
Lokale Gesellschaft, GBL oder Authorised Company?
Management, Bank, Administration und Compliance.
Mauritius bleibt 2026 ein interessanter Standort für internationale Holdings, Beteiligungen und Investmentstrukturen. Seine Stärke liegt jedoch gerade darin, dass der Standort heute reguliert und international eingebunden ist.
Eine tragfähige Struktur verbindet wirtschaftlichen Zweck, Gesellschaftsform, Substance, Banking, Steuerplanung, Compliance und gegebenenfalls persönlichen Aufenthalt.
Erst wenn diese Ebenen zusammenpassen, wird aus einer Mauritius-Gesellschaft ein sinnvoller Baustein einer internationalen Unternehmens- oder Vermögensstrategie.
Auf Mauritius investieren und lebenHinweis: Unternehmens-, Steuer- und Finanzmarktregeln können geändert werden. Bei internationalen Holdingstrukturen sollten die jeweils geltenden mauritischen Regelungen sowie die steuerlichen Vorschriften aller beteiligten Länder individuell geprüft werden.